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In allem steckt was Gutes: Zimtschnecken

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Zugegeben eine leicht irreführende Werbung für Zimtschnecken. Dennoch gibt die Literatur einiges her. Wer schon mal Zimtschnecken gebacken hat weiß, dass nicht nur Zimt als Gewürz, sondern auch Kardamom verwendet wird. Zwei Gewürze, die vor allem in Indien in der ayurvedischen Küche Verwendung finden. Kardamom ist zum Beispiel Hauptbestandteil von Garam Masala auf deutsch “heißes Gewürz”, welches  in der indischen Küche für Gerichte mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Reis eingesetzt wird. In den arabischen Ländern wird Kardamom zu besseren Verträglichkeit in den Kaffee gegeben.

In der Chinesischen Medizin wird davon gesprochen, dass Kardamom dem Organismus einheizt. Die “pathologische Feuchtigkeit umwandeln”, welche durch Überforderung der Verdauungsmechanismen entsteht. Ausgelöst durch zu fettreiche Mahlzeiten, Stress und Arbeitsbelastung. Wenn Kardamom wirkt, wird der Organismus erwärmt und Symptome rund um den Magen und Darmtrakt wie Blähungen, Völlegefühl und Verstopfungen werden gelindert. Dadurch steigt wieder die Leistung an und man befindet sich wieder im Einklang mit sich selber.

In Nordeuropa wird Kardamom vor allem in Süßspeisen verwendet. Aus Dänemark und Schweden kennt man die beliebten Zimtschnecken. Darin ist viel Kardamom enthalten. Wohl eher aufgrund der aromatischen Verbindung als für die Bewältigung von Magen- und Darmproblemen. Dennoch findet man hier und da auch in Schweden Kardamom im Kaffee.

Und Zimt?

Zwei Interessante Studien, um behaupten zu können, in allem steckt auch etwas Gutes.

Und warum?

In einer Studie mit 60 Typ-2-Diabetes Probanden konnte gezeigt werden, dass Zimt die Blutzuckerwerte und das Gesamtcholesterin verbessert. Dazu hat man 30 Männer und 30 Frauen in sechs Gruppen eingeteilt. Gruppe 1, 2 und 3 erhielten 40 Tage lang 1, 2 und 6 g Zimt. Gruppe 4, 5 und 6 erhielten Placebo Kapseln mit gleicher Menge Inhalt (kein Zimt) wie Gruppe 1, 2 und 3.

Nach 40 Tagen, wurde eine 20 tägige “Zimtpause”, eine sogenannte Auswaschphase durchgeführt.

Es wurden nach 0, 20, 40 und 60 Tagen Blutproben entnommen. Untersucht wurden die Blutzuckerwerte und die Cholesterinwerte LDL, HDL und das Gesamtcholesterin.

Nach 40 Tagen konnte in Gruppe 1, 2 und 3 festgestellt werden, dass sich die Blutzuckerwerte  um 18 – 29 % reduziert hatten. Das Cholesterin LDL um 7 – 27 % und das Gesamtcholesterin um 12 – 26 %. Keine statistisch relevanten Veränderungen konnten in den Placebo-Gruppen 4, 5 und 6 festgestellt werden.

In einer weiteren Studie konnte auch in gesunden Probanden festgestellt werden, dass nach Gabe von 6 g Zimt, verarbeitet in Milchreis, die Blutzuckerwerte weniger anstiegen, als bei der vorangegangenen Kontrollgruppe ohne Zimt im Milchreis. Dieses Ergebnis ist auf die ebenfalls beobachtete geringere Magenentleerungsrate zurückzuführen, welche einen großen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel nach dem Essen hat.

Fazit: Die Insulinantwort fällt nach einer Zimtreichen Mahlzeit geringer aus, als nach einer Zimtarmen Mahlzeit.

Das ist natürlich nun keine Freikarte, um unbegrenzt Zimtschnecken zu essen, denn neben Kardamom und Zimt enthällt die Zimtschnecke viel Zucker und Butter. Weswegen Sie ja auch so gut schmeckt. Und da es am Ende sowieso das ist worauf es ankommt: Guten Appetit!

Quelle:

Khan A. et al. (2003), “Cinnamon Improves Glucose and Lipids of People With Type 2 Diabetes”

Hlebowicz J. et al. (2007), “Effect of cinnamom on postprandial blood glucose, gastric emptying, and satiety in healthy subjects”