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Rosenkohl und Krebs

Rosenkohl ist nicht von Beginn an jedermanns Leibgericht, darf sich mittlerweile aber zu den beliebtesten Kohlsorten zählen. Und das nicht nur in Europa. In Amerika erfreuen sich die “Brüsseler Sprossen” ebenfalls großer Beliebtheit. Seinen Anfang hatte der Rosenkohl im Jahre 1587, wo er in der Nähe von Brüssel von Gemüsebauern angebaut wurde. Heute wird der Rosenkohl in den Benelux Ländern, in Frankreich und in Großbritanien angebaut. Aus Deutschland kommen nur 15 % der Gesamtproduktion in Europa.

Bitter und buttrig beschreiben den Rosenkohl geschmacklich. Damit auch Kinder ihn mögen und auch die Verträglichkeit steigt, empfiehlt es sich die ersten Nachtfröste abzuwarten. Dadurch steigt der Zuckergehalt im Rosenkohl und der bittere Geschmack lässt nach. So ist die beste Zeit den Rosenkohl zu genießen ab Oktober/November.

Rosenkohl enthält wie alle Kohlsorten viel Vitamin C, dennoch von allen Sorten am meisten. Mit 115 mg Vitamin C auf 100 g Rosenkohl deckt man längst seinen Tagesbedarf. Verglichen mit dem Weißkohl hat Rosenkohl einiges mehr zu bieten. So hat Rosenkohl höhere Werte an:

  • Kalium
  • Eisen
  • Folsäure
  • Pro-Vitamin A
  • Vitamin K

In Bezug auf Krebs wurde herausgefunden, dass der Verzehr von Rosenkohl das Risiko für Krebsarten wie Lunge, Magen und Dickdarm senken kann.

Um die positive Wirkung von Rosenkohl im menschlichen Organismus zu untersuchen, wurde eine Studie mit 8 gesunden Teilnehmern durchgeführt. Alle 8 Teilnehmer bekamen für insgesamt 6 Tage täglich 300 g Rosenkohl zu essen. Es wurden am Anfang wie am Ende Blutproben entnommen, um Untersuchungen für bestimmte Schutzmechanismen durchführen zu können.

Der Ansatz ist wie folgt:

In den Leber-, Darm- und Blutzellen sind Enzyme enthalten, die am sogenannten “Entgiftungsstoffwechsel” beteiligt sind. Deren Aufgabe ist es, Fremdstoffe so zu verändern, dass diese besser und schneller ausgeschieden werden können. Nun gibt es Fremdstoffe wie die heterozyklischen Amine, die beim Grillen und scharfen Braten von Fleisch entstehen. Laut dem deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stehen diese Amine schon lange unter Verdacht im Dickdarm Zellveränderungen vorzunehmen.

Statt das unsere Enzyme auch die fremdlichen Amine zu gunsten des Körpers verändern, entstehen stark reaktive Stoffwechselrodukte, die dann zu Schädigungen an Erbgut und Zellen führen – was wiederrum die Entstehung von Krebs nach sich ziehen kann.

In der genannten Studie konnte nun gezeigt werden, dass entweder die Blutzellen weniger von den Enzymen bilden, die für die Veränderung der Amine sorgen oder diese Enzyme schneller abgebaut werden. Dass bedeutet also, es werden weniger harmlose Amine in aktive gesundheitsschädigende Amine umgewandelt.

Wer also eine Vorliebe für gebratenes Fleisch hat, für den empfiehlt es sich, gerade jetzt zur Saison, mehr Rosenkohl zu verzehren. Oder besser Schmorgerichte und andere Zube-                     reitungsmethoden mit geringerer Hitzezufuhr bevorzugen.

Und wer Rosenkohl langweilig findet, für den ist dieses Rezept genau das Richtige:

Rosenkohl aus dem Ofen

  • 2 Handvoll Rosenkohl
  • 1 Apfel oder Birne
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Rohrzucker
  • 6 EL Balsamico Essig
  • 4 EL Olivenöl
  • Thymain (frisch)
  • Meersalz
  • getrocknete Cranberries
  1. Ofen vorheizen (Ober/Unterhitze 180-200°)
  2. Rosenkohl waschen und putzen, halbieren. Zwiebel, Apfel oder Birne würfeln. Das Obst sollte nicht geschält werden. Alles zusammen in einer Schüssel vermengen.
  3.  Zucker zusammen mit dem Olivenöl und dem Essig verrühren und den Rosenkohl damit marinieren. Salzen und den gehackten Thymian dazugeben.
  4.  Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und im Ofen so lange garen, bis der Rosenkohl noch Bissfest, aber auch bekömmlich ist.
  5. Anschließend mit getrockneten Cranberries toppen.

Dazu schmeckt Ziegenkäse aus dem Ofen und Walnussbrot.

 

Quelle:

www.dife.de/presse/pressemitteilungen/?id=1076

www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2009/dkfz_pm_09_21.php